Slide background

Beispiele aus der Praxis

Glasfaserausbau in Leichlingen als Kooperationsmodell zwischen den Stadtwerken und Netzbetreiber

Leichlingen
© Stadt Leichlingen

Ausgangslage und Herausforderungen

Um ihren Bürgerinnen und Bürgern sowie lokalen Unternehmen eine zukunftsorientierte Breitbandversorgung zu ermöglichen, hat sich die Stadt Leichlingen 2015 zum Ziel gesetzt, schnellere Breitbandanschlüsse möglichst großflächig für das Stadtgebiet und die Außenbezirke zu realisieren. 

Vorgehensweise / Maßnahmen

Das Projekt startete mit der Erstellung des Infrastrukturatlas, in den alle relevanten Infrastrukturdaten einschließlich der Leerrohr- und Kanalanlagen unter Einbezug aller verfügbaren Daten der Netzagentur eingeflossen sind. Gleichzeitig wurde im gesamten Stadtgebiet und den Außenortschaften eine Marktbefragung zum Bandbreitenbedarf durchgeführt. Hierzu wurden ca. 14.000 Fragebögen an die Leichlinger Privathaushalte und ca. 2.400 Fragebögen an die Unternehmen und Gewerbetreibenden versandt. Beide Gruppen gaben gleichermaßen an, dass sie eine breitbandige Versorgung dringend benötigen.

Für die erste Ausbaustufe wurde ein Kooperationsmodell zwischen den Stadtwerken Leichlingen und NetCologne realisiert:

Nach Gesprächen mit unterschiedlichen Carriern entschied sich die Stadt Leichlingen dafür, ein eigenes passives Glasfasernetz (Dark Fiber Net) zu errichten – Kooperationspartner wurden die Stadtwerke Leichlingen und der regionale Telekommunikationsanbieter NetCologne. Der Bau des passiven Netzes erfolgte über die Stadtwerke Leichlingen; die NetCologne steuerte die aktive Technik bei und übernimmt anschließend die Kundenbetreuung. Durch das Modell werden Synergien genutzt und die Kosten des Netzausbaus deutlich reduziert. Darüber hinaus erhalten die Stadtwerke langfristige Einnahmen zur Refinanzierung ihrer getätigten Investitionen, die wiederum in andere städtische Großprojekte einfließen können.

 Ergebnisse

Für den Ausbau des Netzes wurden im gesamten Stadtgebiet und allen Außenortschaften 51 neue NetCologne Technikgehäuse aufgestellt und mit 34 Kilometer Glasfaserleitungen angebunden. Über die neuen Leitungen sind für die Leichlinger Privathaushalte und Firmen Surfgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s verfügbar – ein deutlicher Sprung, denn vor allem in den Außenortschaften kamen bislang max. zwei Mbit/s in den Haushalten an.

Erfolgsfaktoren

 

Zukünftige Planungen

Um eine zukunftssichere Breitbandversorgung der Leichlinger Bürger und Unternehmen sicherzustellen, wurde durch die Stadt Leichlingen, gefördert durch den Bund, eine FTTB Netzplanung für das gesamte Stadtgebiet einschließlich der Außenortschaften durchgeführt. Aufbauend auf der Ausbaustufe FTTC wird in der weiteren Ausbauplanung eine Glasfaseranbindung bis in die Gebäude (FTTB) anvisiert (17250 Anschlüsse). Da eine Budgetplanung für das Gesamtnetz einen sehr hohen Investitionsbedarf (55.000.000 €) erfordert, wurde das Gesamtnetz in einzelne Anschlussbereiche aufgeteilt um auch Teilbereiche zu realisieren. Die Teilbereiche sind dann durch ein Backbone Netz miteinander verbunden.

Auf Basis dieser Planung erfolgen derzeit unsere nächsten Schritte zu einer flächendeckenden Breitbandnetzversorgung in Leichlingen:

  • Bei eventuellen Ausbaumaßnahmen im Bereich Straßen und Versorger eine entsprechende Leerrohrverlegung zu gewährleisten und somit Kosteneinsparungen in der Realisierung des FTTB Netzausbaus bewirken.
  • Die Stadt führt derzeit mit Investoren und Providern Gespräche, um den Ausbau in Teilbereichen eigenwirtschaftlich zu realisieren.
  • Für nicht wirtschaftliche Ausbaubereiche hat die Stadt Fördermaßnahmen beantragt, um die Wirtschaftslücke beim Ausbau zu schließen und in diesen Gebieten den Ausbau zu ermöglichen.

Mit diesem Maßnahmenkatalog wird Leichlingen eine zukunftsorientierte Kommunikationsversorgung für heutige und für zukünftige Anforderungen an das Netz gewährleisten.